Martha ist 61, stammt aus Oberschwaben und lebt seit 2009 im Raum Würzburg. Sie leitet die Stadtbücherei Würzburg – ein Ort, an dem Begegnung, Austausch und Bildung täglich gelebt werden. Heimat ist für sie Kultur und Landschaft – ein Gefühl der Zugehörigkeit. Zuhause dagegen bedeutet Nähe: Familie, Freundeskreis, die eigenen vier Wände. In Würzburg fühlt sie sich wohl, auch wenn sie manchmal noch das offene Gemeinschaftsgefühl vermisst, das sie aus Freiburg kennt.
Sie blickt dankbar auf ihr Leben, spricht aber auch offen über Sorgen. Vor allem die politische Entwicklung macht ihr zu schaffen: die Spaltung, das Misstrauen, das Fehlen gemeinsamer Werte. „Wir brauchen Solidarität, nicht Egoismus. Weniger Angst vor dem, was anders ist – mehr Empathie und Miteinander.“
Integration heißt für Martha: Sprache, Begegnung, Brücken bauen. Sie träumt von Patenschaften, in denen Menschen Zugewanderte von Anfang an beim Ankommen begleiten. Und sie wünscht sich für Würzburg mehr offene Orte: Plätze, wo Menschen spontan ins Gespräch kommen – unabhängig von Status, Geld oder Herkunft.
Kraft gibt ihr ihr Mann, ihre Familie, Menschen im Alltag. Ein Lächeln auf der Alten Mainbrücke kann für sie schon ein Lichtblick sein. Persönlich hofft sie auf Gesundheit und darauf, den Übergang in den Ruhestand positiv gestalten zu können. Gesellschaftlich wünscht sie sich eine Aufbruchstimmung – Vertrauen, Mut, kleine Zeichen der Solidarität.
„Wir brauchen Werte, die uns verbinden – Respekt, Gleichberechtigung, Gewaltfreiheit. Und die Hoffnung, dass wir gemeinsam eine bessere Gesellschaft bauen können.“
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Mehr Geschichten wie die von Martha findest du in unserer Reihe #endlichankommen auf der Website.
🎧 Auch im Podcast erzählt sie ausführlicher über ihr Leben, ihre Wünsche und das, was ihr Kraft gibt.
Jeder Mensch - egal wie alt, egal woher - will irgendwann endlich ankommen. Wir zeigen 1.000 Menschen aus Würzburg, jeden mit seiner eigenen Geschichte.
Über diese Geschichten, Kunst, Diskussionen und kreative Formate laden wir alle ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Werte zu entdecken und sie im besten Fall gemeinschaftlich umzusetzen.
Dass Diversität im eigenen Umfeld als Chance begriffen werden kann, will das Projekt ebenso erfahrbar machen, wie das Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man selbst etwas verändert.
