Johannes

Johannes ist 74, in Eschweiler im Rheinland geboren – und seit 1978 in Würzburg zuhause. Seine Wurzeln liegen zwischen Rhein und Ostpreußen. Über seinen Namen sagt er: „Johannes heißt: Gott ist gnädig – und bisher war er es mit mir.“ Dieser ruhige, dankbare Blick auf sein Leben zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch.

Privat ist Johannes heute „mehr als zufrieden“. Seit 25 Jahren an der Seite eines Partners, seit über einem Jahrzehnt verheiratet, beruflich erfolgreich als Musiker und Pädagoge – so beschreibt er ein Leben, das erfüllt ist von Musik, Begegnungen und Anerkennung. Würzburg ist für ihn längst Zuhause geworden, auch wenn seine Heimat weiterhin das Rheinland bleibt. „Zuhause ist da, wo ich lebe und arbeite. Heimat ist, wo meine Wurzeln sind.“

Mit wachem Blick spricht Johannes über Gesellschaft und Politik. Die zunehmende Brutalität in politischen Debatten, der nahe Krieg in der Ukraine, Intoleranz und Unverstand machen ihm Sorgen. Er sieht, wie sehr gegenseitige Achtung unter Druck gerät – besonders beim Thema Integration. Wichtig ist ihm, dass Zugewanderte nicht nur willkommen sind, sondern sich auch wirklich integrieren wollen. Gleichzeitig betont er, wie sehr wir selbst gefordert sind: Interesse zeigen, zuhören, offen bleiben. „Integration ist keine Einbahnstraße.“

Trotz Kritik ist Johannes ein Mensch der Zuversicht. Hoffnung schöpft er aus seiner Partnerschaft, seiner Musik, seinen Studierenden – und aus einer Lebenshaltung, die neugierig und beweglich bleibt. Bildung ist für ihn zentral: intellektuelle Bildung ebenso wie Herzensbildung. Er sagt: „Nichts ist wichtiger, als Menschen wach zu machen – neugierig auf die Welt und aufeinander.“

Für die Zukunft wünscht sich Johannes eine Gesellschaft, die offen bleibt, toleranter wird und Kultur nicht als Luxus begreift, sondern als Lebensgrundlage. Persönlich hofft er auf Gesundheit, Klarheit, und darauf, seine Musik noch lange weitergeben zu können.

Mehr Geschichten wie die von Johannes findest du in unserer Reihe #endlichankommen.
Hör auch in den Podcast PEACE OUT – 1.000 Erfahrungen rein – überall, wo es Podcasts gibt.
Mehr Infos: www.endlichankommen.info

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Das Projekt
in aller Kürze

Jeder Mensch - egal wie alt, egal woher - will irgendwann endlich ankommen. Wir zeigen 1.000 Menschen aus Würzburg, jeden mit seiner eigenen Geschichte.

Über diese Geschichten, Kunst, Diskussionen und kreative Formate laden wir alle ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Werte zu entdecken und sie im besten Fall gemeinschaftlich umzusetzen.

Dass Diversität im eigenen Umfeld als Chance begriffen werden kann, will das Projekt ebenso erfahrbar machen, wie das Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man selbst etwas verändert.